Der Kugelblitz (Ailton)

Ailton Goncalves da Silva, kurz Ailton wurde am 19.Juli 1973 in Mogeiro (Brasilien) geboren. Ailton fand seine Berufung im Fußball und gewann dort zahlreiche Titel. Im Jahr 2004 war er sozusagen am Höhepunkt seiner Fußballkarriere. Er gewann mit Werder Bremen die Deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal, wurde mit 28 Treffern Torschützenkönig und man wählte ihn noch als erster Ausländer zum Fussballer des Jahres in Deutschland. In der Fußball Bundesliga schnürrte er für 4 Vereine die Kickschuhe: Für den SV Werder Bremen, Schalke 04, Hamburger SV und für den MSV Duisburg. In seiner Karriere traf er 106 Mal in der Bundesliga. Nur Claudio Pizzaro und Giovanne Elber waren die ausländischen Torschützen, die das Leder öfters im Netz untergebracht haben als Kugelblitz, wie er oftmals genannt wurde. Im Oktober 1998 wechselte Ailton nach Deutschland und zwar an die Weser, zum SV Werder Bremen. Die Bremer wurden zur damaligen Zeit von Felix Magath trainiert. In seiner ersten Saison traf er nur zwei Mal für Werder. In der Saison 99/00 gelangen ihm 12 Tore. In der darauf folgenden Saison 13, dann zweimal 16 und in der Saison 03/04 wurde Ailton mit Sage und schreibe 28 Toren Torschützenkönigin der Fußball Bundesliga. Ebenfalls in der Saison 03/04 gewann er mit Bremen zum zweiten Mal nach 1999 den DFB-Pokal. Im Spieljahr 2004/2005 wechselte „Toni“ wie sie ihn auch nannten, ablösefrei zu Schalke 04. Die Torbilanz war wieder sehr beeindrucken: In 29 Bundesligaspielen brachte er 14 Mal den Ball im Netz unter. Einige Meinungsverschiedenheiten führten dann eine vorzeitige Vertragsauflösung herbei und Ailton wechselte für 3,5 Millionen€ in die Türkei, zu Besiktas Istanbul. Ailton war mit Schalke durchaus erfolgreich, er sicherte sich die Vizemeisterschaft und erreichte das Pokalfinale 2005 in der Bundeshauptstadt. Ab Juli 2005 „arbeitete“ Ailton sozusagen für Besiktas Istanbul. Im Dezember 2005 flog er für die weiteren Spiele aus der Mannschaft, aufgrund eines Fluchtversuches nach Brasilien. Kurz vor Transferschluss verpflichtete der Hamburger SV den Kugelblitz im Januar 2006. Dies aber nur auf Leihbasis bis zum 30. Juni 2006. Er verdiente bei den Hanseaten 55.000€ Netto im Monat, pro absolviertes BL-Spiel weitere 10.000€. Die Kaufoption für 1,75 Millionen€ stand zwar zur Verfügung, wurde aber nicht in Anspruch genommen. Insgesamt konnte Ailton 3 Treffer in seiner Zeit beim HSV verbuchen. Nach der Rückkehr in die Türkei war er weiterhin außen vor. Er musste zweimal am Tag trainieren und zwar alleine. Für die neue Spielzeit 06/07 zog er sich das Trikot von Roter Stern Belgrad über. Die Ablösesumme belief sich auf 300.000€. In dieser besagten Saison wurde Roter Stern Belgrad gleich Serbischer Meister. In der Winterpause verließ aber Ailton die Serben schon wieder in Richtung Zürich. Er wurde ausgeliehen und die Kaufoption war möglich. Gleich in seinem ersten Spiel gelang ihm sein erster Treffer. In 13 Spielen erzielte er 9 Tore, eine durchaus ansehnliche Bilanz. Von der Kaufoption machte man jedoch nicht gebrauch. Im Sommer 2007 trat Ailton schon seine neue Arbeitsstelle an, beim MSV Duisburg. Dieser Transfer kostete die Duisburger 100.000€, die an Roter Stern Belgrad überwiesen wurden. Leider schoss er nur ein Bundesliga-Tor in seiner Duisburger Zeit. Dieses Tor erzielte er ausgerechnet gegen seinen früheren Verein SV Werder Bremen. Er entschuldigte sich sogar bei den Werder Fans für sein Tor. Im Januar 2008 wurde er vom damaligen Trainer Rudi Bommer suspendiert, aufgrund der Nichtteilnahme am Trainingsauftakt. Am 25. Februar löste man dann seinen Vertrag auf. Danach ziehte es Ailton in die Ukraine, zu Metalurh Donezk. Dort erhielt er einen Zweijahresvertrag. Jedoch nach 2 Ligaspielen hatte schon wieder die Schnauze voll und wollte den Verein bereits verlassen. Streit war vorprogrammiert, Donzek verlangte bei einer frühzeitigen Vertragsauflösung eine Ablöse. Ailton hatte gegen Argumente und sah dies nicht ein. Das Kompromiss sah folgendermaßen aus: Ailton durfte auf Leihbasis den Verein verlassen, die Rechte an ihm hatte aber immer noch der Ukrainische Erstligist. Seine nächste Anlaufstelle war in Österreich, bei Crashpoint Rheindorf Altach. Ailton sagte in einem Interview ganz offen heraus, dass Altach keine Profimannschaft sei. Das dieses Arbeitsverhältnis nach so einer Aussage auch nicht lange bestehen konnte war klar, Ailton verließ Altach im Januar 2009, ging aber auch nicht nach Donezk zurück. Und an ein Karriereende war zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht zu denken. Von März 2009 bis Juli 2009 stand er bei dem brasilianischen Zweitligist Campinese Clube unter Vertrag. Seine 17. Station war dann in der chinesischen Super Liga, bei Chougqing Lifan. Ailton spielte damit in 8 verschiedenen Ländern Fußball. Im Oktober 2009 waren auch seine Tage in der chinesischen Superliga gezählt. Im Dezember selben Jahres unterschrieb Kugelblitz dann einen Vertrag bis 2011 beim Niederrheinligisten KFC Uerdingen 05. Sein Debüt feierte er am 24.2.2010 beim Ligaspiel gegen den SV Borussia Wuppertall 2, er wurde in der 62. Minute eingewechselt, blieb aber ohne Torerfolg. Das Spiel endete 1:1. Zu Beginn der Saison 2010/2011 kehrte Ailton wieder zurück an seine alte Wirkungsstätte, nach Bremen, aber nicht zu dem Bundesligisten sondern zu dem Regionalligisten FC Oberneuland. Sein früherer Teamkollege Mike Barten war zu dieser Zeit der Trainer. Im Januar 2011 war auch diese Ära wieder zu Ende. Im Februar 2011 wechselte er wegen „Heimweh“ zu dem unterklassigen Klub Rio Branco Esporte. Finanziell gesehen ging es Ailton während seiner Karriere nicht immer gut. Am 26. Juli 2012 unterzeichnete Ailton einen Einjahresvertrag mit Option auf Verlängerung beim Verbandsligisten Hassia Bingen. Bei seinem ersten Spiel am 11.8.12 wechselte man „Toni“ in der 68. Minute ein und wie es so ist entscheid er das Spiel mit einem Doppelpack zum 2:0 Endstand. Bis zum Ende der Saison gelangen ihm 13 Buden, trotz allem stieg Hassia Bingen in die Landsliga ab. Welch ein Wunder es dann war, als Ailton seinen Vertrag um eine weitere Spielzeit verlängerte. Seit 2004 war er bei keinem Verein mehr länger unter Vertrag als eine Saison. Am 20. Dezember 2013 entschied er sich, seine Kickschuhe endgültig an den Nagel zu hängen. Ailton konnte sämtliche Titel Feiern: Deutscher Meister/Pokalsieger, Pokalfinalist, Ligapokalfinalist, Vizemeister, Türkischer Pokalsieger, Serbischer Meister. Ailton war der Publikumsliebling schlecht hin, besonders bei Werder Bremen. Aber eine Nominierung für die Brasilianische Nationalmannschaft blieb aus, er wollte deswegen sogar die deutsche Staatsangehörigkeit annehmen. Aber Rudi Völler lehnte dankbar ab.